
MSSanté bezeichnet einen Vertrauensraum, kein Softwareprogramm. Mailiz ist ein Messaging-Software, die innerhalb dieses Vertrauensraums operiert. Die beiden zu verwechseln, ist wie der Vergleich eines Straßennetzes mit einer Automarke. Diese Unterscheidung beeinflusst das gesamte weitere Denken bei der Auswahl seiner sicheren Gesundheitsnachrichtendienste im Jahr 2026.
Vertrauensraum MSSanté und Betreiber: der Mechanismus, den man kennen sollte

Die Agentur für digitale Gesundheit (ANS) definiert die Sicherheits- und Interoperabilitätsregeln, die den Vertrauensraum MSSanté bilden. Jeder Betreiber, der diese Regeln einhält, kann kompatible Postfächer anbieten.
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Mailiz ist der öffentliche Betreiber, der direkt von der ANS verwaltet und von den öffentlichen Behörden finanziert wird. Andere private Betreiber (Lifen, Apicrypt in seiner kompatiblen Version, einige Anbieter von Gesundheitssoftware) bieten ebenfalls MSSanté-Postfächer an. Alle Nachrichten zirkulieren im selben Vertrauensraum, unabhängig vom Absender oder Empfänger.
Um die Unterschiede zwischen Mailiz und MSSanté zu verstehen, sollte man sich merken, dass die Frage nicht “das eine oder das andere” ist, sondern “welcher MSSanté-Betreiber passt zu meiner beruflichen Tätigkeit”.
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Pro Santé Connect ab 2026 obligatorisch: was sich für die Auswahl des Betreibers ändert

Die elektronische Identifikationsdoktrin der ANS erfordert einen Übergang zu starker Authentifizierung über Pro Santé Connect (PSC) für sensible Dienste, mit einer allgemeinen Einführung zum 1. Januar 2026. Jede MSSanté-Nachrichtendienste muss die Verbindung über CPS oder e-CPS über Pro Santé Connect unterstützen.
Diese Verpflichtung nivelliert die Sicherheit zwischen den Betreibern. Mailiz, Lifen oder ein anderer MSSanté-Betreiber werden denselben Authentifizierungsstandard anwenden. Das Kriterium der reinen Sicherheit ermöglicht daher keine Unterscheidung mehr zwischen den Lösungen.
Die Auswahl verlagert sich auf drei konkrete Achsen: die Ergonomie der Benutzeroberfläche, die Integration in die bereits im Büro oder in der Einrichtung verwendete Software und die zusätzlichen Funktionen (Benachrichtigungen, Verwaltung großer Anhänge, erweitertes Verzeichnis).
Mailiz kostenlos gegen kostenpflichtige Betreiber: konkrete Auswahlkriterien
Mailiz ist ohne Abonnement für jeden Gesundheitsfachmann mit einer CPS- oder e-CPS-Karte zugänglich. Der Dienst existiert seit über zehn Jahren und bietet Zugang zum nationalen Verzeichnis der Gesundheitsfachleute. Die Informationen im Verzeichnis stammen von den Kammern für die RPPS-Fachleute und von den Regionalen Gesundheitsbehörden für die ADELI-Fachleute.
Mailiz eignet sich für eine individuelle freiberufliche Tätigkeit, die keine umfassende Integration mit einer Praxisverwaltungssoftware benötigt. Die Webmail-Oberfläche reicht aus, um einen Bericht zu senden oder Laborergebnisse zu empfangen.
Die privaten Betreiber erheben eine Abonnementgebühr, bieten jedoch Funktionen an, die Mailiz nicht nativ abdeckt:
- Direkte Integration in die Fachsoftware (der Praktiker sendet und empfängt seine MSSanté-Nachrichten, ohne sein Konsultationstool zu verlassen, wie es bei Doctolib oder einigen Praxisverwaltungssoftwares der Fall ist)
- Automatisierte Dokumentenübermittlung an das DMP oder den Gesundheitsraum des Patienten von derselben Schnittstelle aus
- Multi-Praktiker-Verwaltung mit differenzierten Zugriffsrechten, geeignet für Gruppenpraxen oder multiprofessionelle Gesundheitszentren
- Erweiterte Austausch- und Empfangsbestätigungs-Dashboards
Ein freiberuflicher Fachmann ohne geteilte Sekretariatsdienste hat wenig Nutzen von einem kostenpflichtigen Betreiber. Eine Gruppenstruktur oder eine Einrichtung profitiert von der Fluidität eines in die Fachsoftware integrierten Betreibers.
Erweiterung auf den sozialen und medizinischen Bereich über RPPS+: ein Auswahlkriterium für Einrichtungen
Das Portal RPPS+ eröffnet nun den Zugang zu einer digitalen Identität und damit zu einer nominativen MSSanté-Nachrichtendienste für Fachleute im sozialen und medizinischen Bereich. Fachkräfte wie Sozialpädagogen, Pflegekräfte in ESMS und Sozialarbeiter können ein MSSanté-Postfach erhalten, vorausgesetzt, sie werden von ihrem Arbeitgeber autorisiert.
Für ein EHPAD, einen Hauspflegedienst oder ein Netzwerk für koordinierte Pflege ändert diese Erweiterung die Rahmenbedingungen. Mailiz ermöglicht es, nominative Konten für diese Fachleute mit Rollen zu eröffnen, aber die Verwaltung eines großen Volumens an Konten mit unterschiedlichen Berechtigungen kann einen Betreiber rechtfertigen, der eine zentralisierte Verwaltungsoberfläche anbietet.
Überprüfung der Fähigkeit zur Verwaltung von Konten mit Rollen
Vor der Auswahl sollte ein Direktor einer medizinisch-sozialen Einrichtung drei Fragen an den in Betracht gezogenen Betreiber stellen: Wie viele verschiedene Rollenprofile können konfiguriert werden, wer weist die Berechtigungen zu und entzieht sie, und wie erfolgt die Portabilität, wenn die Einrichtung den Betreiber wechselt.
Mailiz verwaltet nominative Konten einzeln, was für eine kleine Struktur tragfähig bleibt. Über zwanzig aktive Konten mit unterschiedlichen Rollen hinaus reduziert ein Betreiber mit zentralisierter Verwaltung die administrative Last.
Sichere Gesundheitsnachrichtendienste: das MSSanté-Verzeichnis als entscheidender Faktor
Unabhängig vom gewählten Betreiber erscheint das Postfach im nationalen MSSanté-Verzeichnis. Dieser Punkt wird oft unterschätzt: Ein Krankenhauskontakt oder ein Labor wird den Empfänger in diesem Verzeichnis suchen, nicht in einem privaten Adressbuch.
Die Erstellung eines Mailiz-Kontos trägt automatisch die Adresse im Verzeichnis ein. Bei einem Drittanbieter bleibt die Veröffentlichung im MSSanté-Verzeichnis obligatorisch, aber die Verbreitungszeit kann variieren. Zu überprüfen, ob die Adresse nach der Aktivierung im Verzeichnis gut sichtbar ist, verhindert verlorene Nachrichten in den ersten Wochen.
Die Wahl zwischen Mailiz und einem anderen MSSanté-Betreiber im Jahr 2026 reduziert sich auf drei Variablen: die Größe der Struktur, die bereits vorhandene Fachsoftware und der Bedarf an der Verwaltung von Konten mit mehreren Rollen. Die Sicherheit spielt dabei keine Rolle mehr, da Pro Santé Connect für alle verbindlich ist.